Bierbrauerei in Zschopau

Bierbrauerei in Zschopau

Wann in Zschopau die edle Gepflogenheit, Bier zu brauen, Mode geworden ist, wissen wir, wie so vieles aus Zschopaus Vergangenheit, heute nicht mehr. Wenn wir uns ins Gedächtnis zurückrufen, dass Zschopau im 13. Jahrhundert als Stadt erwähnt wird, dann können wir daraus schließen, dass sich die Zschopauer schon vorher am einheimischen Bier haben erfreuen können, zumal vor dem Bau der Stadtmauer jeder Zschopauer brauberechtigt war, während nachher nur die innerhalb der Mauer wohnenden Bürger die Braugerechtigkeit erhielten.

Die Bürger außerhalb der Ringmauer haben mehrmals – so besonders 1731 – versucht, eine eigene Braugenossenschaft zu gründen. Alle diesbezüglichen Versuche sind allerdings fehlgeschlagen.

Das älteste Brauhaus stand in unmittelbarer Nähe des Schlosses und konnte nach dem 30-jährigen Kriege nicht mehr benutzt werden. Das Zschopauer Bier muss schon im 16. und 17. Jahrhundert sehr gut gewesen sein; man braute damals nämlich jährlich 4000 Fass Bier, während 1820 noch über 400 Fass hergestellt werden.

Ja, das Zschopauer Bier war das Tafelgetränk des Kurfürsten August I. (1526 - 1586), der oft Zschopauer Bier anderen Fürsten, vor allem seinem Schwiegervater König Christian III. von Dänemark und Norwegen (1503 - 1559) schickte. Der Dresdner Hof bezog bis 1832 Bier von Zschopau. Als größte Merkwürdigkeiten erwähnen wir noch die Tatsache, dass unser Bier den Anstoß zur Gründung des Münchener Hof Bräuhauses gegeben hat. Das ging so zu; Herzog Wilhelm V. von Bayern (1579 - 1597) hat seinen gesamten Hofstaat selbst verpflegen müssen und bei Durchsicht der Rechnungen mit Erstaunen festgestellt, dass sehr viel Geld für Bier über Bayerns Grenze nach Sachsen und vor allem nach Zschopau geflossen ist. So ließ er in München ein Brauhaus errichten, in dem man 1599 zum ersten Male gebraut hat. Nun bezog man von uns kein Bier mehr.

Das zweite Brauhaus stand auf dem Neumarkt mit der Vorderseite nach der Langen Straße zur nördlichen vom- heutigen- Kaufhaus Sättler. 1634, 1656 und 1748 fiel es den großen Stadtbränden zum Opfer.

Ein anderes Brauhaus befand sich in der Langen Straße, Ecke Körnerstraße, das jetzige Spritzenhaus.